Zu Besuch bei Bernadett Penkov

March 09, 2010 Uhr |

Ruhe herrschte vor allem in Bernadett Penkovs Atelier, als ich sie dort vor zwei Wochen besuchte: Die Berlin Fashion Week war gerade vorbei, die neue Kollektion unterwegs zu verschiedenen Messen - also ein wenig Zeit, um mit der jungen Modedesignerin hinter dem Label Penkov über freudige Momente bei der vergangenen Berlin Fashion Week, Inspirationsquellen und Klamottenmädchen zu reden.

http://www.vimeo.com/10041221

Hallo Bernadett, schön Dich zu treffen! Was war der erste Gedanke, der Dir in den Sinn kam, als Deine Show bei der Berlin Fashion Week vorüber war?
Einerseits ist man erleichtert, dass alles funktioniert hat. Es ist aber immer auch so eine gewisse Leere da, weil die Vorbereitungen sehr anstrengend waren. Man macht vorher mehr oder weniger die Nächte durch, es ist total stressig und man kriegt es alles gerade so mit letzter Kraft in letzter Minute fertig. Vor allem im Winter, weil die Saison kürzer ist. Aber dann denkt man sich: Ist es jetzt schon vorbei, das war es jetzt? Es ist eine Mischung zwischen ‘oh schön, toll ich habe es geschafft’ und ‘und jetzt?’.

Was ist das Beste an einer Modenschau? Gibt es einen bestimmten Moment, oder eine bestimmte Sache?
Man sieht die ganze Kollektion einmal komplett angezogen! Vorher arbeitet man immer nur an den einzelnen Teilen, obwohl man sich ja eine ganze Kollektion ausgedacht hat. Wenn die Mädchen dann alle komplett angezogen in einer Reihe stehen, ist das schon toll.

Und die Aftershow-Party?
Wir waren an dem Abend nach der Show bei der letzten Fashion Week noch aus, aber ehrlich gesagt, ich weiß gar nicht mehr wo. Aber ich hätte damit auch kein Problem gehabt, einfach zu Hause zu bleiben.

Wann wurden die letzten Handgriffe an der Kollektion getätigt?
Dieses Mal waren wir am Tag vorher fertig, aber erst gegen Mitternacht. Beim letzten Mal haben wir allerdings noch im Zelt bis zur letzten Minute genäht. Das war schon knapp.

Was ist das Besondere an der Berlin Fashion Week?
Das sind natürlich in erster Linie die Berliner Designer selbst. Es ist toll, dass deutsche Designer durch die Fashion Week in Berlin die Möglichkeit erhalten haben, ihre Sachen dem Publikum vor Ort zu zeigen. Für deutsche Designer war es vorher schwerer, auf einer Fashion Week ihre Kollektionen zu zeigen, weil sie einfach nirgendwo so richtig hingehörten. Die Fashion Week in Berlin ist noch nicht ganz so weit wie in anderen Städten, aber sicherlich schon auf dem richtigen Weg. Ich habe vorher drei Saisons meine Kollektionen in London gezeigt. Das war auch wichtig, vor allem was den internationalen Vertrieb betrifft. Aber ich finde es gut, so ein bißchen Lokalpatriotismus zu zeigen, und die Show in Berlin hat uns für den deutschen Markt auch unglaublich viel gebracht.

Kollektion für den Herbst/Winter 2010/2011 in einem Satz?
Militärinspiriert.

Gab es bestimmte Künstler, Filme oder Musik, die Dich bei dieser Kollektion beeinflusst haben?
Der Ausgangspunkt waren Bilder von Otto Dix. Dazu kommt dann vertiefende Recherchearbeit, man schnappt Details auf, man fertigt Skizzen an.
Der kreative Prozess, bis es zur Ausformulierung einer Grundidee für die Kollektion kommt, ist sehr fließend. Ich habe keine feste Zeiten, in denen ich Inspiration suche.
Man fängt mit der nächsten Kollektion auch nicht wieder komplett bei Null an, man macht da weiter, wo man mit der letzten Kollektion aufgehört hat.

Wie bist Du zum Modedesign gekommen? Wann hast Du zum ersten Mal gedacht, Du möchtest ein Modedesigner werden?
Nach dem Abitur habe ich ein halbes Jahr ein Praktikum bei einer Fotografin gemacht. Darauf hatte ich aber irgendwann keine Lust mehr wegen dem vielen Geschleppe. Dann habe ich vier Semester BWL studiert, was im Nachhinein betrachtet auch nicht geschadet hat. Aber ich habe gemerkt, dass mir das doch irgendwie alles zu theoretisch ist, und mich entschlossen, Modedesign zu studieren. Ich mochte einfach schon immer Klamotten, ich war schon immer so ein Klamottenmädchen.

Wann freust Du Dich am meisten, Leute in Deinen Kreationen zu sehen? Bei Verwandten, Bekannten oder völlig Fremden?
Eigentlich freue ich mich am meisten, wenn es jemand ganz unerwartet auf der Straße trägt. Bei Freunden und Verwandten weiß ich, die haben das sowieso direkt von uns bekommen.

Beeinflusst es Deine Arbeit, in Berlin zu leben?
Es war eine ganz bewusste Entscheidung, nach dem Studium in Berlin zu bleiben. Ein unschlagbarer Faktor ist natürlich, dass man in Berlin billig leben kann. Zudem ist es hier für Jungdesigner auch einfacher, Fuß zu fassen.

Wie würdest Du jemandem die Stadt beschreiben, der noch nie hier war?
Berlin ist ganz entspannt, nicht zu overdressed.

Wie sieht für Dich ein perfekter Sonntag aus?
Definitiv auf der Couch! Punkt.

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Penkov-Kleider für die Vöslauer-Mädels

January 24, 2010 Uhr |

Die letzten vier Tage haben mich die drei Mädels von Vöslauer Mineralwasser immer hervorragend mit Wasser versorgt und die ganze Zeit habe ich mich gefragt, wer eigentlich ihre Kleider designt hat. Und wenn man dann mal dumm fragt, kriegt man eine richtig interessante Antwort: Bernadett Penkov hat die Kleider designt!

Foto: Nils Krüger