Fashion Weak

January 26, 2010 | VOESLAUER FASHION BLOG

Der Rummel um die Berlin Fashion Week 2010 ist nun hinüber, und ich auch erstmal. Um ein wenig Abstand zu gewinnen, wurde deshalb ein ruhiger Sonntag zelebriert - mit Zeitung lesen und Tee trinken. Der Tee ist übrigens eines meiner Lieblings-Goodies von der Berlin Fashion Week: Das Teehaus Ronnefeldt hat die Mischung “Feel Relaxed” als spezielle Berlin Fashion Week-Edition rausgegeben.
In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung habe ich dann ausschließlich die Buchbesprechungen gelesen (und alle Mode- und Boulevardthemen ausgelassen), darunter den bemerkenswerten Feuilleton-Leitartikel über den Debütroman Axolotl Roadkill der Berliner Autorin Helene Hegemann. Einem Buch, das Maxim Biller zugesteht, “ein deutsches Romandebüt mit solcher Kraft zu sein, dass es so schon lange nicht mehr gegeben hätte”, ein Roman mit “skandalöser Botschaft”, macht mich doch ziemlich neugierig auf das Werk der 17-Jährigen, die schon mit 14 Jahren ihr erstes Drehbuch geschrieben hat (Torpedo) und für dessen Verfilmung sie 2009 den Max-Ophüls-Preis erhielt.
“Alle zehn Jahre erscheint in Deutschland ein Buch , das nur die lesen sollten, die es angeht [..]. Am Anfang des letzten Jahrzehnts schwiegen die jungen, schwarzen Romantiker aber plötzlich, denn der Schock über den ausgebrochenen Twin-Tower-Krieg war größer als ihre Angst, in einer bösen, bürgerlichen Welt ein Erwachsener wie jeder andere Erwachsene werden zu müssen.
Aber jetzt ist wieder ein Roman da, vor dem sich jeder, der über dreißig ist, hüten sollte. Denn dieser Roman ist gemein, traurig, pervers, kitschig, blutrünstig, die Personen, die darin vorkommen, sind unsympathisch bis zum Erbrechen und vor lauter Jugend und Verzweiflung schöner als jeder Normalleser [..].”
Ich bin gespannt. Hoffentlich ist es keine Modeerscheinung.


Helene Hegemann


2 KOMMENTARE

  1. Leider fand ich den Artikel Maxim Billers über Helene Hegemanns Romandebüt nicht sooooooo gut. Es ist nicht so, dass ich ihm widersprechen würde. Vielmehr nervt die Art wie er HH lobt und sich so ganz explizit von ihr als Person distanziert, als wäre er ein wenig verknallt und möchte es nicht zugeben, weil sie ja nun doch auch erst 17 ist.

  2. Ihm schien es sehr wichtig, den Roman in den Mittelpunkt zu stellen - und nicht das schlagzeilenverdächtige Leben von HH, das bestimmt jeder Schreiberling gern aufgreift (inklusive mir). Aber um ehrlich zu sein: Ich weiß was Du meinst - es hatte so ein bißchen was von Altherrenerotik - aber eben mit den Biller’schen Schlagworten glauben, lieben, hassen.

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