Für J.C.
Ich weiß wirklich nicht, wo das herkommt. Die Erinnerung ist ein träger Hund und unberechenbar. Legt sich irgendwo hin, irgendwo und bleibt da um kurz später an den nächsten Ort, der war, zu wandern.
Es ist ein Leichtes, das heute als billigen Trash abzutun. Immerhin weiß man, was passierte, mit den Orten, der Musik, den Menschen, kennt die Geschichte vom Ausverkauf und vom Schwinden der Illusion, war dabei, als die Sounds satter, die Strukturen komplexer und die Szenen diffuser wurden. Hatte irgendwann genug gehört oder dachte das und ist drei Kehrwenden später wieder auf den gleichen Gleisen. Natürlich ist das ‘Trancescheiße’ und appelliert wenig umständlich an Euphorie und Gehenlassen und an eine warme Romantik für die später zwischen Minimal und Schranz gar kein Platz mehr war, aus Gründen.
Aber Fragen der Musik sind ja nicht allein Fragen der Bildung oder der Stilsicherheit (auch wenn einem das Lohnschreiber und selbsternannte Stilikonen gerne weiß machen wollen), sondern auch eine Sache der Wünsche, der Umstände - wie sie waren, wie sie sind - und dessen, was möglich gewesen wäre, wenn die Vergangenheit, die damals noch die Zukunft war, eine andere geworden wäre. “Behind The Eye, Vol. 1″ im Pappschuber, eine eigenartige, esoterische Grafik mit Referenzen nach Ägypten und Tracks die heute nach, naja, Ibiza klingen. Ich glaube, wünsche mir, dass das Café del Mar war damals noch nichts für Abiturienten aus gutem Hause und Bankazubis war.
Das also war 1994: Ein Album auf Vinyl, das ich auf dem Plattenspieler meiner Eltern spiele während die Ausflüge machen. Und zerfledderte Magazine, die herumgereicht werden, nächtliche Sendungen auf MTV und Viva, die erst auf Videokassette und dann auf C90er von Aldi überspielt und im Schulhof getauscht werden um die simple Vision, die harten Beats und die schreiende Meute (zu der man sich zählt, aus Sehnsucht) im Walkmen mit sich herumtragen kann. An dieser Stelle sollte nun eigentlich, auch persönlichen Gründen, ein Advanced-Chemistry-Zitat stehen, aber Cora E. passt besser: Wär’ es damals nicht gewesen wie es war.






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