Bis auf Weiteres

February 08, 2010 from DANIEL ERK

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Wir sehen uns dann allerspätestens da:

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Das Paradies, ein Zirkus

February 06, 2010 from DANIEL ERK
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Nicht nur das sagenumwobene Burial-Remixalbum des kommende Woche erscheinenden, neuen Massive Attack-Album “Helgioland” zeigt die Ambitionen in Sachen Remixes des Duos auf Bristol: Auch das, was gerade seine Wege durch’s Internet zieht, ist aller Freude und Bewunderung wert.

Da wäre, siehe oben, ein Remix von Gui Boratto, der “Paradise Circus” mit Hope Sandoval zu einem melodiösen Techno-8-Minüter auswalzt. Oder jener Breakage-Mix names “Tight Rope” der aus dem selben Stück ein leichtfüßiges, aber tiefgründiges Dubstep-Ding zaubert. Dann wäre da der Christoff-Berg-Remix von “Bulletproof Love”, der bereits auf der SPlitting-the-Atom-Ep im vergangenen Jahr war. Und schließlich, zumindest soweit, wäre da noch ein Remix von “Girl I love you” von den Herren von She’s in Danger, der sehr oldschoolig mit Echo und Dub daherkommt und nach Massive Attack in den 90ern klingt. Lässt sich alles sehr, sehr gut an. Und der Anfang ist das alles mit großer Sicherheit ja ohnehin bloß.

The Revolution Will Only Be Televised

February 04, 2010 from DANIEL ERK

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Gob Squad bespielen seit gestern Abend nach langen Jahren im kleinen Prater die große Bühne der Volksbühne. Die Methoden sind die selben wie damals bei Super Night Shot geblieben, aber sie sind auf eine sehr schöne Weise gewachsen und so ist auch der Saal am Rosa-Luxemburg-Platz am Ende des Abends voller Freude, Rührung, Poesie und Pathos. Natürlich gleitet “Revolution Now” manchmal in den Klamauk ab, oft ins Banale, aber dazwischen glitzern die Wahrheit und die Einsicht. Die Revolution als romantische Idee statt als generalstabmäßiger Plan, Demokratie am Rande ihrer Möglichkeiten, wenn jeder gehört werden soll, der Spießer und Poser als Revolutionär, das Bild der Revolution als erster Schritt und der Soundtrack als Kitsch und Kitt: das alles wird in “Revolution Now” verhandelt. Und natürlich kommen auch wieder diverse Kameras und, wenn alles gut geht, auch frisch rekrutierte Nebenrollen vor. Die Revolution erfasst vielleicht das Publikum in der Volksbühne, für Gob Squad aber gibt es keinen guten Grund ihre Welt aus den Fesseln zu heben. Ist doch alles ganz schmuck so.

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Most Definite

February 02, 2010 from DANIEL ERK
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2009 war das Jahr, in dem Dante Terrell Smith also Mos Def zurückkam – und wie. Sein Album “The Ecstatic” war, genau wie der Titel versprach, eine Coloradotüte des Rap, musikalisch, politisch und textlich, und so aufregend wie kaum was in Zeiten unter der Fuchtel von Kanye Wests Beats.

Und wie es ausschaut, hat Mos Def noch einige Perlen rumliegen, die es nicht auf “The Ecstatic” schafften – zum Beispiel “The Tournament”, einem jener Tracks, bei denen man sich vorstellen darf wie Wyclef Jean heimlich zuhause von dem Hifi-System sitzt und weint, weil ihm diese Freude, Intelligenz und K.R.E.A.T.I.V.I.T.Ä.T. an Tag 1 nach “The Carnival” verloren ging (das ist 13 Jahre her, am Rande).

Aber aus Brooklyn kommen weiterhin - bzw. wieder - nur gute, neue Mär: Am 15. Februar spielen Hi-Tek und Talib Kweli in Berlin. Und vor zwei Wochen standen Mos Def und Talib Kweli wiedereinmal vereint auf der Bühne – Gänsehaut:

http://www.vimeo.com/8811601

Stockholm Bristol Helgoland

January 23, 2010 from DANIEL ERK

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Nicht ganz in der Mitte, aber fast auf der Strecke zwischen Bristol, Südengland, und der schwedischen Hauptstadt Stockholm liegt in der Nordsee das kleine, deutsche Archipel Helgoland. Und wie es die Popkultur so will, ist eben jene Insel Namensgeber des Anfang Februar erscheinenden, neuen Massive Attack Albums “Heligoland“. Nur soviel vorneweg: Nach allem, was bisher zu hören war, ist dies nun das Album, mit dem Massive Attack endlich die überbordenden Erwartungen einlösen.

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Und ähnlich wie beim ebenfalls aus Bristol stammende Tricky ist ein großer Schritt zur neuen, alten Schönheit die geschickte Kombination aus Rückbesinnung und Kooperation. Während nämlich sowohl Tricky als auch Massive Attack in den letzten Jahren vor sich hingurkten, veröffentlichten von ihnen selbst beeinflusste Künstler aufregende Musik in ihrem Geiste. Und auf diesen düsteren, knackigen Geist fokussieren sich nach Tricky nun auch Massive Attack. Und das mit Hilfe von alten Weggefährten - und mit Unterstützung von ihren musikalischen Erben.

Und so sind auf “Heligoland” neben dem Lied mit dem sowieso unschlagbar guten Damon Albarn (Blur, Gorillaz, etc.) vor allem die Aufnahmen mit Hope Sandoval und Martina Topley-Bird eindrucksvoll. Und ja: Martina Topley-Bird, das ist exakt die Dame, deren Stimme das erste Album von Tricky seinerzeit so wunderbar aufwühlend klingen ließ.

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Wo im Falle von Tricky die South Rakkas Crew Trickys Schaffen so aufwirbelte, dass er letztlich wieder bei sich selbst ankam, sind es bei Massive Attack die beiden Schweden Van Rivers & The Subliminal Kid. Diese wiederum kennt man als Produzenten von Fever Ray und als solche erkennt man sie auch klanglich bei ihren Remixen für Massive Attack. Da wird nicht nur offenbar, wie elementar Van Rivers & The Subliminal Kid für das geniale Fever Ray-Album waren (was ein wenig die Genialität von Madame Fever Ray selbst in Frage stellt) und verknüpft die verschiedenen Enden dieses Stranges des Popkultur sehr hübsch: Die Enkel remixen die Großväter auf dass diese klingen, wie wie klingen. Nächster Schritt in diesem Zirkus: Wie einst Mad Professor wird das neue Massive Attack in Gänzen geremixt werden – von Burial.

Aber hören Sie selbst:

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Im Himmel über Berlin

January 22, 2010 from DANIEL ERK

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Berliner! Der Bierpinsel in Steglitz wird ein Street-Art-Monument! Kein Scherz - und ganz legal.

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Im April beginnt der auffällige Teil der Turmkunst 2010.

Schwarze Sterne

January 21, 2010 from DANIEL ERK

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Mitte Februar spielt Talib Kweli im Berliner Postbahnhof – auf seiner Homepage gibt es jetzt schon unter dem Titel “Reflection Eternal - The :Union” ein Best-of-Mixtape des Kweli’schen Schaffens von Statik Selektah quer durch die Alben, Kollaborationen und Styles. Fehlt nur noch die wirkliche Reunion: die Blackstar-Reunion.

Go West: A GoGo East

January 20, 2010 from DANIEL ERK

In der Dezember-Groove ist ein sehr interessanter Artikel von Florian Sievers über elektronische Musik aus den 80ern in der DDR. So wenig Bewegungsraum die DDRler hatten, so spacig klingen die Stücke. Unter dem Titel “Mandarinenträume” hat Sievers ein paar Perlen aus dieser Zeit und Nische als Compliation veröffentlicht – aber natürlich hat auch das große YouTube-Kulturarchiv zwei Hörproben in Peto:

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Wann also kommt die Remix-EP?

Für J.C.

January 18, 2010 from DANIEL ERK

Ich weiß wirklich nicht, wo das herkommt. Die Erinnerung ist ein träger Hund und unberechenbar. Legt sich irgendwo hin, irgendwo und bleibt da um kurz später an den nächsten Ort, der war, zu wandern.

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Es ist ein Leichtes, das heute als billigen Trash abzutun. Immerhin weiß man, was passierte, mit den Orten, der Musik, den Menschen, kennt die Geschichte vom Ausverkauf und vom Schwinden der Illusion, war dabei, als die Sounds satter, die Strukturen komplexer und die Szenen diffuser wurden. Hatte irgendwann genug gehört oder dachte das und ist drei Kehrwenden später wieder auf den gleichen Gleisen. Natürlich ist das ‘Trancescheiße’ und appelliert wenig umständlich an Euphorie und Gehenlassen und an eine warme Romantik für die später zwischen Minimal und Schranz gar kein Platz mehr war, aus Gründen.

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Aber Fragen der Musik sind ja nicht allein Fragen der Bildung oder der Stilsicherheit (auch wenn einem das Lohnschreiber und selbsternannte Stilikonen gerne weiß machen wollen), sondern auch eine Sache der Wünsche, der Umstände - wie sie waren, wie sie sind - und dessen, was möglich gewesen wäre, wenn die Vergangenheit, die damals noch die Zukunft war, eine andere geworden wäre. “Behind The Eye, Vol. 1″ im Pappschuber, eine eigenartige, esoterische Grafik mit Referenzen nach Ägypten und Tracks die heute nach, naja, Ibiza klingen. Ich glaube, wünsche mir, dass das Café del Mar war damals noch nichts für Abiturienten aus gutem Hause und Bankazubis war.

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Das also war 1994: Ein Album auf Vinyl, das ich auf dem Plattenspieler meiner Eltern spiele während die Ausflüge machen. Und zerfledderte Magazine, die herumgereicht werden, nächtliche Sendungen auf MTV und Viva, die erst auf Videokassette und dann auf C90er von Aldi überspielt und im Schulhof getauscht werden um die simple Vision, die harten Beats und die schreiende Meute (zu der man sich zählt, aus Sehnsucht) im Walkmen mit sich herumtragen kann. An dieser Stelle sollte nun eigentlich, auch persönlichen Gründen, ein Advanced-Chemistry-Zitat stehen, aber Cora E. passt besser: Wär’ es damals nicht gewesen wie es war.

St. Bartholomä

January 16, 2010 from DANIEL ERK

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In wenigen Tagen nun erscheint Pantha du Prince neues Album “Black Noise” und es ist jeder Hinsicht spektakulär: Nicht allein, dass es beim englischen Überlabel Rough Trade erscheint und als Features unter anderem LCD-Soundssystem- und Animal-Collective- bzw. Panda-Bear-Ruhm aufwarten kann, nein, auch musikalisch ist “Black Noise” ein großer Wurf, ein Schnitt, ein Sternenstrich.

Mag ja sein, dass Hintergründe, Referenzen und der ganze Kontext vor allem im Auge des verkopften Betrachters liegen und/oder dem Hörer vollkommen wurscht sind – im Falle von “Black Noise” drängen sich ein paar Einsichten aber auf und sei es, weil Pantha du Prince aks Hendrik Weber in der Musik, der Aufmachung des Albums und den beigefügten Notizen diverse Fährten legt. Da wäre zunächst, als Bruch zum letzten Album die Abwendung vom Sphärischen und die Hinwendung zum Erdigen, Greifbaren. Nicht nur in der Aufmachung – das Cover ziert immerhin St. Bartholomä am Königsee – und in den Titel  – von “Satur Strobe” zu “Bohemian Forests” findet diese Wende statt, auch in der Herangehensweise: Hendrik Weber hatte sich im Vorfeld der Albums samt Entourgae in die Berge zurückgezogen um Klänge der Natur aufzunehmen, die man dem Album durchaus anhört. Auch dann, wenn Weber den Zuhörer sicherlich ab und an auf falsche Fährten lockt.

Insofern greift Weber da Ideen auf, die auch schon in “Walden 2“seinerzeit eine Rolle spielten: Der Rückzug, der Wald, die Natur, die Stille. “Walden” ist da gleich doppelt Stichwort: Als Verweis auf den gleichnamigen Roman “Walden” aus den Wäldern, auf die Beschäftigung mit Natur und Details und den Rückzug. Und auf die Science-Fiction-Geschichte “Walden 2” in der es letztlich um Strukturen modernen Zusammenlebens geht.

Und nicht nur des Albumcovers wegen, kann man sich nicht ganz vom Gedanken losmachen, dass Weber sich hier mehr als zuvor an einem deutschen Klischee abarbeitet, zwischen Gottfried Benns Schwere und Poesie, die deutschen Wald einerseits und dem reduzierten, musikalischen Fordismus Kraftwerk’scher Schule andererseits. Das Spannungsfeld zwischen Natur und Künstlichkeit, zwischen großem Gefühl und großer Kühle ist es, was “Black Noise” so wahnsinnig intensiv und so ungluchblich phantastisch macht. Und was auch eine Art auch erklärt, warum “Black Noise” gerade auch in den USA auf großes Interesse stößt und stoßen wird (jede Wette, dass Weber im Ausland der erfolgreichste deutsche Künstler des Jahres sein wird – ohne dass das deutsche Feuilleton davon Kenntnis nehmen wird). Weil die Musik von Pantha du Prince nämlich gleichsam deutsch, als fremd ist – aber doch auch an US-amerikanische Mythen anzuknüfpen weiß: So weit ist Kraftwerks Autobahn von der Highwayromantik nämlich nicht weg und so sehr unterscheidet sich der deutsche Wald dann eben auch nicht von der Idee in Walden.

Zwei Hörbeispiele:

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